Into Your Arms Gratis bloggen bei
myblog.de





LIFE.less?

»20 YEARs full of
DRAMA & ROCK'N'ROLL
Schreibwütig
Musikverrückt
Schokoladensüchtig
Liebenswert
Jedoch häufig DISASTRÖS,
verpeilt und chronisch überfordert.
Im REAL LIFE meist introvertiert
und blüht nur beim TANZEN richtig auf.

About the girl

HOME

MY.self
more.abouts?
Lieb.LINKS

Cinetastisch
Bedroom.dancing
Hymnen an die Jugend

Dailly
Erkenntnis des Tages
Zehn Gründe

Flesh for fantasy

Hier entsteht in Kürze eine Tob-Dich-Beim-Basteln-Aus-Ecke

I need to find my way back to the start

Here you can put your cbox code here. Should be 190 px in width.

Los Creditos

Coding:
Marty
Thanks a lot <3










» DIE SILHOUETTE . der nackten Frau auf deinem T-Shirt ...





als Ausdruck der unbeschwerten Leichtigkeit des Seins in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts
Oder
Bettina, zieh dir bitte etwas an!

Ich entschuldige mich hiermit erst einmal für die akademische Länge der Überschrift, die dieses bisher eher wenig akademische Thema einleitet. Stein des Anstoßes oder sagen wir lieber Unterwäsche der Aufregung ist mein Eindruck, dass man die Phrase „Sex Sells“ in letzter Zeit zum Allheilwerbemittel glorifiziert. Wow, dies ist mal eine ganz neue Geschäftsidee. An dieser Stelle also erst einmal großen Respekt an alle Clipregisseure und Sport-Tv-Macher. Hatte es Holly Valence tatsächlich gewagt, nur mit zwei Leuchtstreifen bekleidet in einem Video aufzutauchen? Hatte es Jeanette Biedermann ganz heimtückisch in ihrem nächsten Video kopiert, als sie sich vermeintlich sexy unter der Dusche räkelte? Nein, war es einmal ein Aufreger, als Britney Spears den Schlüpfer über der Jeans trug. Um Gottes Willen, Sarah Connor trug bei ihrem Auftritt überhaupt keine! Was ja bis heute nicht erwiesen ist und heutzutage wohl auch keinen pubertierenden Knaben hinter seinem Playboy hervorlocken würde.

Ich lausche derweil der Radio-Diskussion, ob String-Tangas sexy sind – selbsterklärend ist, dass wir Mädels Tangas total scheiße und unbequem finden und -oh wunder- die Jungs finden das auch abstoßend, also will am Ende mal wieder keiner schuld dran sein, dass es soweit gekommen ist, dass man sich fragen muss: Wo hört die Backe auf und wo fängt der Wollfaden an?

Während ich mich also durch die Flyer der umliegenden Diskotheken wühle, denke ich kopfschüttelnd: „Sex sells...Aber auch in der Vergangenheit bereits SO kommerziell?!“ Will ich mein Wochenende verbringen zwischen dauergeilen sabbernden Kerlen, deren Aufmerksamkeit völlig von dem lebenden Buffet eingenommen wird? Sowieso und überhaupt, brauche ich „heiße Gogos“, die mir mit animalischem Eifer „sexy Ganzkörperalkohlkonsum“ bescheren? Nun mag man mir Frustration darüber vorwerfen, dass es sich bei besagtem Beispiel meist um das Beuteschema des männlichen Geschlechts handelt und mir lediglich die Tatsache aufstößt, dass für mich nichts passendes zum feuchten Träumen dabei ist. Dieses Thema lasse ich unangeschnitten, wenn ich mir ein solches Gefühl verschaffen möchte, kaufe ich mir eine Karte für eine Show der Chippendales.

Die Diskothek also als Spiegelbild des Sittenverfalls? Ein eindeutiges, mit Engelsgesang unterlegtes JA! Waren die Zeiten schön, als man noch nicht von Amateur-Stangen-Tanz-Tussis terrorisiert wurde. Es reicht ja auch nicht, wenn man sich das Rumgehoppse von billigen Fachkräften ansehen muss. Nein, die Amateurliga muss diesen Profis beweisen, dass sie das alles mindestens genauso gut drauf hat.
Was denke ich gerne an eine noch nicht allzu lange Open-Air-Veranstaltung im letzten Jahr zurück. Lässig an ein Geländer gelehnt, an meinem Bier nippend und umgeben von 8000 zunehmend mehr und mehr alkoholisierten Anhängern beiden Geschlechts beobachtete ich mit wachsendem Eifer die eher vergebliche Bemühung einer jungen Dame die Aufmerksamkeit eines eben so jungen Herrn zu erlangen, indem sie erst verhalten, dann immer offensiver um ihn herumschwänzelte und sich schließlich nicht anders zu helfen wusste, als sich ihres Oberteiles zu entledigen und halb tanzend, halb schwankend zwischen seinen Beinen zu verschwinden. Besagter Herr reagierte mit beherrschtem Desinteresse, während ich mit wachsender Amüsiertheit darauf wartete, dass die Dame zum äußersten ging. Bis heute werde ich den gleichgültigen Gesichtsausdruck des Herrn nicht vergessen.

Aber Moment, hatte ich ihn da gerade gefunden? Denjenigen, den all diese Verkaufsstrategien der modernen Tanzlokale kalt ließen? War die junge Dame vielleicht nur nicht sein Fall? Oder war es gar der Alkohol, der ihn davon abhielt, all seine Hemmungen fallen zu lassen, sich exstatisch auf den Boden zu werfen und was auch immer zu tun? Ich persönlich ziehe hieraus den Schluss: Gebt uns Alkohol, aber bitte ohne fleischlastiges Beiwerk. Wir kommen auch so in eure Establishments, wir brauchen keine Animation, wir sind nicht sexgeil, wir wollen nur tanzen. Ganz gewöhnliche junge Erwachsene, die nur tanzen wollen. Aber zu was werden wir gemacht? Zu lustgesteuerten, willenlosen Objekten, die sich absolut gehen lassen, wenn man nur das Licht ein wenig herunterdimmt und dazu James Browns „Sex Machine“ laufen lässt – wenn man wenigstens noch diese Musik nehmen würde. Sowieso ist der früher liebevoll Tanzlokal genannte Ort der Zusammenkunft mehr oder minder erwachsener junger Menschen – heute Ort der möglichst schnellen Abnutzung von Hörfähigkeit und Unterhöschen – verkommen zu einer Stätte an dem die Randgruppen unserer Gesellschaft auf das Finden eines passenden Paarungspartners hoffen, nur um nach einiger Zeit festzustellen, dass dort ganz bestimmt kein Partner fürs Leben zu finden ist, und zum Übertünchen ihrer eigenen Dummheit kräftig zu Moby’s „Disco Lies“ weinen. „Du hast aber doch gesagt du liebst mich, wäääääääääääääh!“

Nein, Diskotheken sind der Ort an dem alles zum Scheitern verurteilt ist. Man beschaue sich den Bettina-Gassenhauer von Fettes Brot. Jaa, da stand einmal Gesellschaftskritik dahinter. Die Bereitschaft zur Barbusigkeit wurde aufs schärfste und auf eine derart subtil-einfache Art und Weise an den Pranger gestellt, dass es selbst den zu befriedenden Skihütten die Botschaft kaum missverstehen konnten. Die Betonung liegt bedauerlicherweise auf KAUM. Dort in der Schamhöhle des Löwen kam es anstatt der erhofften Wiederherstellung von Sitten- und Moralbewusstsein nun regelmäßig zu eben jenem Lied zu tumultartigen Szenen bei denen sich weibliche Wesen wie von Sinnen die Kleider vom Leib rissen und der männliche Teil der anwesenden Menge in einem unermesslichen Brüllen forderte „Zieh dir bitte etwas aus!!!“ Es ist ein Trauerspiel. Selbst eine Revolution durch unsere musischen Vorbilder wird im Keim erstickt.

Ich beschließe Aussteiger zu werden. Nicht aus der Gesellschaft, Aussteiger aus meinen Klamotten. Denn das ist es, worum es heute ausschließlich geht. Erschüttert von dieser resignierenden Erkenntnis meiner Beobachtungen, überlege ich, welche Folgen unser Gesundheitssystem erwarten, wenn Massen von Menschen dem Aussteigertrend folgen. Die Winter sind kalt in deutschen Breitengraden...
„Weißt du noch, wir haben uns beschriftet und zogen immer weniger an?“, schwelgt Peterlicht in einer vermeintlichen Erinnerung. Aber wie ist es denn in seiner Gegenwart? Eine Antwort bleibt er schuldig. Besser muss es in jedem Falle sein und irgendwie erscheint dies auch nachvollziehbar.

Irgendwann gibt es einfach nichts mehr, das man ausziehen kann. Werden wir aufgrund dieser glorreichen Erkenntnis gar noch vernünftig werden? Siegt am Ende ein kalter Hintern über die heißen Gedanken? Ich betrachte mich nur mit einem rosa Post-It auf meiner Stirn bekleidet – es trägt natürlich meinen Namen, jede andere nonverbale Ausdrucksfähigkeit (z.B. mit Hilfe meiner Kleidung) habe ich ja bereits eingebüßt – im Spiegel und frage mich simpel: Bin ich einfach nur prüde?

31.12.09 16:53
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen